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Wie starte ich und welche Komponenten werden benötigt?

Mit diesem Ratgeber soll vor allem Anfängern der Einstieg in die Welt des großartigen Raspberry Pi erleichtert werden. Es soll ein kleiner Überblick geschaffen werden, welche Dinge für den Start benötigt werden, sodass jeder sofort losgelegen kann. Unser Testbereicht Raspberry Pi kaufen verrät, was man mit dem Raspberry Pi alles anstellen kann, und ob er sich auch für Durchschnittsanwender eignet.

Die äußerst kompakte Größe von 9,3 x 6,4 cm und der wirklich sehr geringe Stromverbrauch (hier geht’s zum Test), machen den Raspberry Pi perfekt für den Dauereinsatz, denn die Stromkosten belaufen sich auf ca. 10 Euro im Jahr. Ein handelsüblicher PC liegt bei gleicher Betriebsdauer durchschnittlich bei 600 Euro Stromkosten im Jahr.

Dennoch kann ein Raspberry Pi selbstverständlich nicht als vollwertiger PC gesehen werden, trotz seiner grafisch durchaus gelungenen Oberfläche, denn dazu fehlt ihm schlich und einfach die entsprechende Leistung. Aber dazu wurde er auch nicht entwickelt, denn ein Raspberry Pi ist dazu entwickelt worden, Anreize für weitere Entwicklungen und Experimente zu geben.

Nachfolgend geben wir Einblicke über die Dinge, die zu einem erfolgreichen Start benötigt werden. Zunächst einmal müssen folgende Komponenten einkauft werden, gemäß dieser Einkaufsliste:

Raspberry Pi kaufen

Momentan stehen fünf Modelle zur Verfügung, die je nach Zweck für die unterschiedlichsten Aufgaben geeignet sind.

  • Das Raspberry Modell A mit nur 256MB RAM und einem USB Anschluss, ohne Netzwerkanschluss. Hier ist also ein WLAN Adapter zwingend notwendig, wenn der Raspberry Pi auch online gehen soll. Der Stromverbrauch ist etwas geringer, als beim Raspberry Pi Modell B.
  • Das Raspberry Modell A+ ist die etwas verbesserte Version des Raspberry Modell A, mit mehr GPIOs, mit microSD Steckplatz, einem erneut verbesserten Stromverbrauch und einer besseren Klangqualität.
  • Das Raspberry Modell B hat 512MB RAM, ist mit zwei USB Anschlüssen und einem Netzwerkanschluss ausgestattet, wodurch der Raspberry Pi auch mit einem Ethernetkabel betrieben werden kann.
  • Das Raspberry Modell B+ ist im Prinzip wie das Raspberry Modell B, nur hat es zwei USB Anschlüsse mehr, also vier USB Anschlüsse und eine nochmals verbesserte Stromeffizienz. Des Weiteren kommt hier ein microSD Karten-Einschub zum Einsatz, anstelle eines normalen SD Karten-Einschubs, gleichzeitig wartet das Raspberry Modell B+ mit mehr GPIO Pins auf und die Audioqualität wurde ebenfalls stark verbessert.
  • Das neue Raspberry Pi 2 Modell B ist vom Aufbau her wie das Raspberry Modell B+, jedoch mit einem ganz entscheidenden Unterschied, nämlich dem wesentlich besseren Prozessor, der leistungsstarke 1GB Ram hat. Die Abmessungen sind auch gleich geblieben. Für das Raspberry Pi 2 Modell B gibt es Windows 10, genau Details gibt es unter Betriebssysteme.

Preislich gibt es bei allen Modellen recht wenig Unterschied, empfehlenswert ist natürlich immer die neuste Version, aber auch die Vorgängermodelle haben ihren Reiz noch lange nicht verloren.

Ganz besonders interessant sind natürlich auch die sogenannten Starter Kits für die unterschiedlichen Modelle, die neben der eigentlichen Platine auch sämtliches, benötigtes Zubehör enthalten zum Beispiel WLAN Stick, HDMI Kabel, Gehäuse, etc. Für Basteleien stehen Breadboard, LEDs, Widerstände, Jumper Kabel, Taster usw. zum Kauf. Wer mit dem Raspberry Pi experimentieren will, für den sind diese Bauteile auf jeden Fall sehr nützlich.

Wer schon so weit ist oder seine Einzelkomponenten lieber selber kaufen will, benötigt erstmal folgende Sachen:

SD Karte

Die SD Karte ist obligatorisch, da der Raspberry Pi nicht von einer Festplatte oder einem USB Stick gestartet werden kann, eine CD fällt ja ganz weg. Empfehlenswert ist eine Class 10 SD Karte mit mindestens 8GB Speicherkapazität, möglich sind aber bis zu 32GB. Je nach Betriebssystem sind Minimum 2- 6GB gefordert. Wer eine SD Karte oder microSD Karte aus dem Handy oder der Kamera zur Verfügung hat, kann diese benutzen.

Wem eine höchstens 32GB SD Karte nicht ausreicht, kann auch eine externe Festplatte anschließen, wo entsprechend benötigte Daten gespeichert werden können.

Stromversorgung über Netzstecker-Adapter

Um den Raspberry Pi mit genügend Strom zu versorgen, wird ein microUSB Kabel mit Netzteil benötigt, entweder als Komponenten oder bereits fertiger Netzstecker-Adapter. Wer also ein microUSB Kabel hat, benötigt lediglich noch ein USB Netzteil, welches mindestens 1000mA liefert und für den Dauereinsatz geeignet ist. Hier geht’s zu Stromverbrauch Test.

WLAN Stick

Die einzige Möglichkeit, das Raspberry Pi Modell A mit dem Internet zu verbinden, ist ein WLAN Stick. Die drahtlose Verbindung (beispielsweise Webradio) ist auch bei den Raspberry Modell B und Raspberry Modell B+ sehr vorteilhaft, diese können aber auch über ein Ethernet Kabel mit dem Internet verbunden werden.

HDMI Kabel

Für bestimmte Anwendungen ist ein HDMI Kabel durchaus angebracht. Wer den Raspberry Pi als reinen Server via SSH steuert, benötigt kein HDMI Kabel. Wer in Bereichen wie Multimedia Center tätig wird, sollte auf jeden Fall ein HDMI Kabel auf Lager haben. Wer das nicht hat, kann es kostengünstig hier kaufen.

Gehäuse

Der Raspberry Pi wird grundsätzlich nackt ausgeliefert, also ohne äußere Schutzhüllen oder Gehäuse. Allerdings kann ein entsprechendes Gehäuse für den Raspberry Pi nachgekauft werden. Mittlerweile gibt es sie in verschiedenen Formen, Farben und Materialien. Sie sind als Schutz gegen äußere Widrigkeiten sehr gut, aber letztendlich sollte sich jeder überlegen, ob das wirklich benötigt wird.

Gehäuse mit Kühlkörper

Raspberry PI GehäuseDefinitiv empfehlenswert sind Kühlkörper für den Raspberry Pi. Normalerweise sind die Chips des Raspberry Pi so ausgelegt, dass sie nicht überhitzen können, genau wie ein Prozessor im Handy beispielsweise. Dennoch kann die Temperatur auf bis zu 45 Grad Celsius ansteigen, was nicht unbedingt zu einer langen Lebensdauer beiträgt. Wer Schutz und Kühlung in einem möchte, kann auf Gehäuse mit Kühlkörper zurückgreifen.

Ein Set besteht aus 3 Kühlkörpern, für die verschiedenen Chips des Pi’s. Zwar sind die Chips des Raspberry so gemacht, dass sie nicht überhitzen (wie bspw. der Prozessor im Handy), aber dennoch kann die CPU bis zu 45° heiß werden, was nicht besonders zur Langlebigkeit beiträgt. Wer beides will, kann auch einfach auf ein Gehäuse mit Kühlkörpern dabei zurückgreifen.

Zusätzliche Hardware zum Ausprobieren und Experimentieren

Über kurz oder lang kommt jeder, der sich mit dem Raspberry Pi intensiv beschäftigt, zum Einsatz der GPIO Pins. Durch diese Programmierbaren GPIO Pins können Signale eingelesen und ausgegeben werden, wodurch einfach programmierbare Schaltungen möglich werden. Für bestimmte Einsätze ist zusätzliche Hardware nötig, die selbstverständlich auch später nachgekauft werden kann. Wer sofort einige übliche Teile bestellen möchte, sollte folgende Bauteile auf der Einkaufsliste haben:

  • Das Experimentierboard, auch Breadboard oder Steckbrett. Gedacht, um Schaltungen einfach aufbauen und verändern zu können. Dafür ist ein Breadboard sehr gut geeignet.
  • Das Jumper Kabel, welches es in verschiedenen Ausführungen wie Male – Male, Male – Female oder Female – Female gibt. Es sollten von allen Ausführungen ein paar da sein, am Wichtigsten sind aber Male – Female, da damit die Verbindung der GPIOs mit dem Breadboard hergestellt werden kann.
  • Verschiedene LEDs, die eigentlich fast immer gebraucht werden. LEDs in verschiedenen Farben sind optimal, um beispielsweise Ampelschaltungen zu erzeugen.
  • Widerstände in verschiedenen Ausführungen. Damit LEDs und andere Bauteile nicht überlastet werden, müssen bestimmte Widerstände zur Hand sein. Die Größen sind nicht unbedingt wichtig, denn es können Widerstände auch untereinander kombiniert werden.
  • Taster oder Schalter, die für das Herstellen von kurzen, elektrischen Signalen durch das Schließen der Stromkreise benötigt

Bücher

Bücher zu den verschiedenen Bereichen haben wir ebenfalls im Angebot, wer näheres dazu wissen möchte kann sich gerne in der Rubrik Bücher umsehen und stöbern.

Einrichten

Wer nun alle Teile beisammen hat, kann eigentlich direkt und ohne Umschweife starten. Zunächst einmal muss das ausgewählte Betriebssystem auf die SD Karte gespeichert werden. Eine Übersicht und Downloadlinks der verschiedenen Betriebssysteme gibt es unter der Rubrik Betriebssysteme. Die besten Betriebssysteme für Neueinsteiger sind NOOBS und Raspbian.

Danach wird die SD karte in den Slot auf der Platine des Raspberry Pi gesteckt und das Stromkabel angeschlossen. Der Raspberry Pi startet sofort, nachdem er Strom bekommt.

Der nächste Schritt ist, den Raspberry Pi mit dem WLAN zu verbinden. Wenn der Raspberry Pi über Kabel dauerhaft mit dem Internet verbunden sein soll, muss nichts zusätzlich gemacht werden, denn die Verbindung wird automatisch erstellt oder eben den WLAN Stick anschließen und einrichten.

Somit dürfte die Basis bereitet und der Raspberry Pi grundlegend eingerichtet sein

Nutzungsmöglichkeiten

Es gibt unendlich viele Nutzungsmöglichkeiten, so unglaublich es auch klingen mag. Es gibt kaum Bereiche, in denen der Raspberry Pi nicht eingesetzt werden kann oder in Zukunft eingesetzt wird. Einige Beispiele folgen gleich, eine Liste mit 20 Projekten findet ihr unter 20 Raspberry Pi Projekte oder 75 Dinge, die man mit einem Raspberry Pi machen kann.

Einige Projekte können wie folgt aussehen:

  • Einen eigenen Webserver erstellen
  • Temperaturen messen und analysieren
  • Den Raspberry Pi fernsteuern
  • Pixelmatrizen steuern, also Texte und Bilder anzeigen oder Spiele darauf spielen
  • Motoren steuern
  • Entfernungen mit einem Ultraschallsensor messen
  • Bestimmte Texte auf LCD Displays anzeigen lassen
  • Mit Funksignalen senden und empfangen
  • Einen eigenen Minecraft Server laufen lassen